23 02 2012
Im Anschluss an den Perito Moreno wollen wir, wie bereits beschrieben, die Region um den Monte Fitz Roy erkunden und fahren dazu ca. 200km weiter nach El Chaltén. Das ist ein paar hundert Seelen Dorf, das für den Tourismus gerade erst so richtig aufrüstet, der Anzahl der Rohbauten nach zu urteilen. Hier begrüßt uns der Monte Fitz Roy bei klarblauem Himmel:

Am nächsten Tag beginnen wir mit einer 4-Tages-Wanderung u.a. zum Fuße des Fitz Roy.

Unter dieser Kulisse und bei diesem Wetter – Patagonien kann auch ab und zu unglaublich schön sein – geht es in die Berge.


Nach 2 ½ Stunden kommen wir am Übernachtungsplatz an, bauen unser Zelt auf und steigen nochmals 400 Meter zu einer Lagune auf, die uns schon sehr nah an der Fitz Roy bringt. Weiter kommen wir ohne Ausrüstung und ohne Guide allerdings nicht.
Kaum vorstellbar, was uns ein Amerikaner aus Ohio berichtet: er hat heute seinen ersten schönen Tag hier und hat bereits 3 Tage mit seinem Sohn ausgeharrt, zwischenzeitlich Burger und Bier aus El Chaltén geholt, um endlich den in den Wolken verschwundenen Monte Fitz Roy zu sehen. Es war die ganze Zeit stürmisch und hat geregnet. Patagonien eben – sind wir nur froh, dass wir das nicht erleben mussten.

Unser Zeltplatz beim Frühstücken am nächsten Morgen. Um 8 Uhr früh sind es im Schatten noch 4° Celsius. Nachts muss es unter Null gewesen sein, denn an einigen Pflanzen hängt noch gefrorener Niederschlag. Dass erklärt, warum es nachts trotz gutem Schlafsack überraschend empfindlich kalt war.

Heute geht es wieder bei herrlichem Wetter mit Zwischenstopp über größere Granitbrocken an einem Gletschersee weiter zum nächsten Zeltplatz. Wir sind etwa 7 Stunden mit Pausen unterwegs.



Iceberg Fishing – verdammt schwer so ein kleines Ding 🙂


Unser gemütlicher Zeltplatz. Heute sind die Mädels dran mit kochen.

Wir entscheiden uns am nächsten Morgen bereits bei Dunkelheit um 5.30 Uhr loszugehen, um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Jeder mit Kopftaschenlampe ausgestattet, geht es auf den gut markierten Pfad, der bereits nach einigen Metern steil den Berg hinauf führt.

Nach 950 zurückgelegten Höhenmetern erwartet uns ein zugefrorener Gletschersee, ein Bivacklager von einigen Kletterern…

…und unser letztes Wegstück am Rand eines Gletschers hinauf zu einem Pass von dessen Rückseite wir eine herrliche Aussicht auf den Monte Fitz Roy, den extrem schwer zu besteigenden Cerro Torre (3.102m) sowie einen Großteil der ganzen Umgebung haben.



Der Cerro Torre mit eindrucksvoller Eiskappe.

Die letzten Meter vom Pass zu unserem kleinen Gipfel.

Man könnte vermuten, ein Künstler und Bildhauer war hier am Werk 🙂


Anschließend geht es wieder 1.200 Hm hinunter zu unserem Zeltplatz und genießen die warme Nach-mittagssonne. Tags darauf laufen wir noch 2 Stunden Tal auswärts; anschließend bringt uns ein Taxi nach El Chaltén zurück.
Am folgenden Tag wandern wir als Tagestour (5 Stunden hin und zurück) zu einer Lagune und haben nochmals herrlichen Ausblick auf den Cerro Torre und Ostseite des Monte Fitz Roy. Die Berge ziehen ihre Betrachter förmlich in ihrem Bann, so markant glänzen sie im Sonnenschein.




Den Geburtstag von Björn feiern wir an der Lagune mit einer genüsslichen Brotzeit inklusive Vino Tinto.

Auf dem Rückweg nach El Chaltén ein letztes Good Bye. Abends besuchen wir ein kleines Lokal mit hervorragendem Essen und selbstgebrautem Bier – ganz besonders köstlich auch das Dessert: Vanilleeis mit Schokoladenüberzug auf Brownie.
Sorry, dass die Einträge wieder einmal etwas geballt kamen. Das liegt aber daran, dass wir im Moment viele lange Unternehmungen haben und dazwischen keine Updatemöglichkeiten. Daher wird es den nächsten Eintrag auch wieder erst in 8 Tagen geben. Wir haben uns entschieden, doch noch einmal zu den Torres del Paine zurückzufahren. Im Moment sieht das Wetter gar nicht schlecht aus und morgen geht’s los auf den 8-Tages-Track!

Wunderschöne Bilder! Patagonien scheint echt schön zu sein!